Stadtentwicklung

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GrundsÀtze

BĂŒrgerrrechte, Datenschutz, transparente Institutionen, freier Zugang zu aller öffentlicher Infrastruktur fĂŒr alle Bewohner und Bewohnerinnen der Stadt sind wichtige Grundwerte der Piratenpartei.
Damit diese Grundwerte gelebt werden können, benötigt es die entsprechenden gebauten Strukturen, die den leichten Zugang zum sozialen Leben in Freiheit fĂŒr alle ermöglichen.

Liebenswertes Basel

Basel ist eine schöne und lebenswerte Stadt. Die Piratenpartei beider Basel setzt sich dafĂŒr ein, diese Schönheit und gute LebensqualitĂ€t zu erhalten und zu fördern.
FĂŒr uns stehen die Menschen und ihre BedĂŒrfnisse an erster Stelle. Alle Massnahmen zur Gestaltung des öffentlichen Raums mĂŒssen den Bewohnern und Bewohnerinnen von Basel dienen.
Wir fordern, dass die BĂŒrger und BĂŒrgerinnen bei Projekten aller Art intensiv in die Gestaltungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Dazu sollen die bisherigen Möglichkeiten genutzt werden, die schon gute Instrumente bieten. Wir fordern zusĂ€tzlich, dass die Möglichkeiten der digitalen Technik wie Liquid Feedback und Ă€hnliche dazu eingesetzt werden, das Mass der Mitsprache zu erhöhen und differenzierter zu gestalten.

Open Access

Open Access bezeichnet in der Regel den öffentlichen Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und zu Forschungsergebnissen https://de.wikipedia.org/wiki/Open_Access
Das Prinzip des freien Zugangs zu öffentlich finanzierter Infrastruktur darf sich allerdings nicht nur auf digitale Inhalte beziehen, sondern muss auch physisch garantiert sein, in der gebauten Struktur der Stadt.

Barrierearmes Bauen

Wir setzen uns ein fĂŒr barrierearmes Bauen im öffentlichen Raum. Dies ermöglicht die Teilhabe am sozialen Leben fĂŒr Gruppen, die an EinschrĂ€nkungen leiden, zum Beispiel fĂŒr Behinderte, fĂŒr Kinder oder alte Leute.
ErfahrungsgemĂ€ss erhöht eine barrierearme Gestaltung des öffentlichen Raums die LebensqualitĂ€t fĂŒr alle Benutzer und Benutzerinnen.
Dies beinhaltet einfache Einstiege in öffentliche Verkehrsmittel auch fĂŒr Menschen mit Rollstuhl und KinderwĂ€gen, farbige Markierungen der Tramlinien fĂŒr Sehbehinderte, das rollstuhlgĂ€ngige Gestalten öffentlicher GebĂ€ude und Ă€hnliche Massnahmen.

Offene Tore ĂŒberall

Basel hat eine kleine FlĂ€che. Wir lassen nicht zu, dass Parallelgesellschaften entstehen, indem ganze Stadtgebiete mit grosser Ausdehung im Bereich von Quadratkilometern zu einer Stadt in der Stadt abgeschlossen werden. Abgesperrte Areale mĂŒssen notwendigerweise sehr gut begrĂŒndet werden, zum Beispiel durch SicherheitsbedĂŒrfnisse in der Industrie. GebĂ€ude mit öffentlichem Charakter wie Restaurants oder CafĂ©s sollen öffentlich sein, auch wenn sie auf einem FirmengelĂ€nde stehen.
Verschiedene Bevölkerungsgruppen sollen durch die gebauten Strukturen ermutigt werden, sich untereinander zu mischen und einander kennen zu lernen.

Gewerbe, Dienstleistungen, Einkaufen

Die Piratenpartei beider Basel setzt sich fĂŒr das lokale Gewerbe ein. Alles Geld, das an Firmen mit Sitz in Basel ausgegeben wird, generiert hier Steuern und stĂ€rkt den Wirtschaftsstandort Basel.
Auch in den Haupteinkaufsstrassen darf nicht das Gesetz der grössten Kaufkraft die Hauptrolle spielen, sodass nur noch internationale Ketten sich einen Laden in der Basler Innenstadt leisten können. Die Verankerung in der Region muss als sehr wichtig bewertet werden, denn daran hĂ€ngt die langfristige AttraktivitĂ€t der Stadt fĂŒr Einwohner, fĂŒr Gewerbe, aber auch fĂŒr Touristen.
Es sind geeignete Massnahmen zu ergreifen, die in der Innerstadt ein ausgewogenes VerhÀltnis von internationalen Ketten und lokalen LÀden und kleinem Gewerbe schaffen.

Sicherheit in der Stadt

Eine wichtige Grundlage fĂŒr den freien und leichten Zugang zum öffentlichen Raum ist die Sicherheit. Dies betrifft sowohl die objektive Lage, aber auch das subjektive Empfinden. Besonders zu beachten sind die BedĂŒrfnisse Kindern, alten Leuten, Kranken und Behinderten, die auf eine besonders sorgfĂ€ltige und nutzerfreundliche Gestaltung der Stadt angewiesen sind.

Sicherheit durch soziale Kontrolle

Die Sicherheit in der Stadt wird wesentlich getragen von der sozialen Kontrolle der Menschen, die in der Stadt leben und arbeiten. Belebte und bewohnte Strassen sind die beste Vorsorge gegen KriminalitÀt und Vandalismus.
Ein wichtiges PuzzlestĂŒck fĂŒr eine lebendige Stadt ist die Wohnraumentwicklung. Alle Teile der Innenstadt sollen stĂ€ndig bewohnt sein. Es ist mit geeigneten Massnahmen dafĂŒr zu sorgen, dass die Mieten auch im Stadtzentrum fĂŒr kleine Budgets bezahlbar sind, so dass besonders Wohnraum fĂŒr alte Leute und fĂŒr Studenten zur VerfĂŒgung gestellt werden kann; auch Dienstwohnungen in GeschĂ€ftshĂ€usern sind denkbar.
Ein weiterer Aspekt ist die Belebung durch Gastronomie. Wirte und ihr Publikum sorgen durch ihre Anwesenheit dafĂŒr, dass der Raum rundherum immer der sozialen Kontrolle unterworfen ist.
Heute gibt es Stadtteile, die am Abend in wie ausgestorben sind, zum Beispiel an der Freien Strasse: dies ermöglichte vor einigen Jahren, dass Vandalen ungestört auf einer LÀnge von mehr als hundert Metern alle Scheiben einschlagen konnten, ohne dass die TÀter je bekannt wurden oder gefasst wurden. Die Piratenpartei beider Basel fordert, dass solche ZustÀnde dauerhaft beseitigt werden.

Gebaute Sicherheit

Die empfundene und objektive Sicherheit des öffentlichen Raums soll durch technische und bauliche Massnahmen erhöht werden.
Beispiele fĂŒr solche Massnahmen sind bodennahe Beleuchtungen statt Beleuchtung von oben, die erkennbar machen, was am Boden passiert; eine feine Strukturierung des Raums durch Pfosten, Pfeiler, BĂ€nke und Ă€hnliche Einrichtungen; und dass dunkle, enge DurchgĂ€nge abgeschafft werden, zum Beispiel Strassenquerungen fĂŒr FussgĂ€nger, die lieber oberirdisch als unterirdisch gefĂŒhrt werden sollen.

Digitalpolitik – Open Government Data

Die neuen technischen Möglichkeiten des Internets mĂŒssen den Einwohnern und Einwohnerinnen von Basel umfassend als Rohdaten zur VerfĂŒgung gestellt werden. Von der Verwaltung im Lauf ihrer Arbeit gesammelte Informationen dienen als objektive Grundlage fĂŒr Entscheidungen. Da sie vom Steuerzahler finanziert werden, mĂŒssen sie in anonymsierter Form öffentlich einsehbar und nutzbar sein.
Dies betrifft alle Bereiche der Stadtverwaltung: detaillierte Karten und PlÀne, Messreihen von Schadstoffen, Anzahl EinsÀtze von Polizei, Feuerwehr und Ambulanz, Daten zur Einkommensverteilung, und so weiter.

MobilitÀt und öffentlicher Verkehr

Der öffentliche Verkehr ist muss in der aktuellen QualitÀt erhalten werden und weiter ausgebaut werden.
Die Piratenpartei beider Basel setzt sich dafĂŒr ein, dass langfristig dass Gebiet um den Flughafen Basel-Mulhouse (auf französischem Boden) als Verkehrknotenpunkt fĂŒr FlĂŒge und den interregionalen und internationalen Zugverkehr etabliert wird, wĂ€hrend der bisherige Hauptbahnhof Basel SBB und der Badische Bahnhof vor allem den regionalen Verkehr bedienen. Dies entlastet den Bahnhof Basel SBB, der heute an der Grenze seiner KapazitĂ€t angekommen ist.
Des Weiteren unterstĂŒtzt die Piratenpartei beider Basel sĂ€mtliche Massnahmen, die dazu beitragen, das Verkehrsproblem an seiner Wurzel zu lösen, nĂ€mlich in der heute ĂŒblichen Trennung von Wohnbereichen und Arbeitsbereichen. Wohnen und Arbeiten gehören rĂ€umlich zusammen, soweit es möglich und machbar ist.
Entsprechende Umzonungen, Wohnbauförderung in der Innenstadt, die AttraktivitĂ€t fĂŒr Unternehmen, sich in lĂ€ndlichen Gegenden anzusiedeln und ihr Personal dort zu rekrutieren, wo der Firmensitz ist sind mögliche Mittel, diesem Ziel nĂ€her zu kommen und die Verkehrswege in und um Basel langfristig zu entlasten.

ZugÀngliches Rheinufer

Der freie öffentlichen Zugang zu den besonders schönen PlĂ€tzen in Basel muss fĂŒr alle garantiert und möglich sein. Schöne Natur- und Kulturlandschaften sind eine sehr knappe Ressource, die nicht einigen wenigen Privaten vorbehalten bleiben darf, sondern der Allgemeinheit zugĂ€nglich sein muss.
Besonders ist hier das Rheinufer zu nennen. Die Piratenpartei beider Basel begrĂŒsst die bisherigen Anstrengungen der Regierung, neue Abschnitte des Rheins der Bevölkerung zugĂ€nglich zu machen.
ZusĂ€tzlich setzt sich die Piratenpartei beider Basel ausdrĂŒcklich fĂŒr einen Weg auf der Grossbasler Seite zwischen WettsteinbrĂŒcke und Mittlerer BrĂŒcke ein. Wir sind ĂŒberzeugt, dass sich eine Lösung finden lĂ€sst, die das Stadtbild respekiert und die sich diskret in die aktuelle Gestaltung des MĂŒnsterhĂŒgels einfĂŒgt, sodass dem Denkmalschutz GenĂŒge getan wird.
Die Piratenpartei beider Basel unterstĂŒtzt die Volksinitiative „Grossbasler Rheinuferweg jetzt!“
http://www.regierungsrat.bs.ch/initiativen.htm#rheinuferweg

Belebung der PlÀtze

Die Piratenpartei beider Basel setzt sich dafĂŒr ein, dass die PlĂ€tze in Basel zu lebendigen Zentren des sozialen Lebens werden, soweit dies nicht schon heute der Fall ist.